Wirtschaft

Wirtschaftsförderung ja – aber nicht mit Spielautomaten

Wir kennen das: monatelanger Leerstand im Ladenlokal in Ihrem Nachbarhaus, seit langer Zeit verklebte Schaufenster, Müll in der Türnische. Und auf einmal gehen Handwerker ein und aus, es werden neue Schilder angeschraubt – ein Café eröffnet. Doch dann werden Spielautomaten eingeräumt. Eine getarnte Spielhalle?

Bernhard Lücke, Steglitz. Seit einigen Jahren werden auch in unserem Bezirk die Genehmigungen für Spielhallen restriktiv gehandhabt. In der Nähe von Schulen und anderen Einrichtungen für Kinder sind solche Etablissements zum Beispiel gar nicht mehr erlaubt. Mehr als drei Automaten auf einmal gehen auch nicht mehr. Kostenlose Getränke für Spieler sind ebenfalls tabu.

Auch wenn zu viele von diesen Glücksspielläden nebeneinander liegen, sollte es Grenzen geben. Mit einem Gesetz hat die Berliner Politik 2011 das Thema eindeutig und generell geregelt, das Spielhallengesetz gilt. Spielhallen haben in Berlin keine Zukunft. Zu sehr leisten sie Glücksspielsucht Vorschub, zu viele Probleme entstehen durch den Kontrollverlust – eine richtige Entscheidung!

Doch nun etabliert sich ein neuer Trend: „Getränke & TV & Spaß“ steht auf den Schildern und „Café“ prangt oben drüber. Und drinnen finden sich – wieder vor allem Geldautomaten. Praktisch für die Investoren, wenn zwei solcher leerstehender Lokale direkt nebeneinander liegen, dann lohnt sich der Aufwand: zwei Läden – ein Schild und in der Summe doppelt so viele Automaten.

Wir wollen keine als Casino Café getarnten Spielhallen.

Die CDU in Steglitz-Zehlendorf wendet sich gegen diese Entwicklung. Wir wollen Wirtschaftsförderung, wir wollen Geschäfte im Kiez. Doch wir wollen Nachbarschaften, die frei sind von zu Sucht animierenden Geschäften! Wir wollen Umgebungen, in denen unsere Kinder ohne Verlockungen zum Glückspiel von der Schule nach Hause gehen können.

 

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